Samstag, 21. Januar 2012

Zitat der Woche (6)

Hier endlich wieder ein Zitat der Woche, auch wenn's eher ein Dialog der Woche ist: Es handelt sich um ein Verkaufsgespräch im Regen auf dem türkischen Stoffmarkt (nein, nicht "solcher" Stoff! Lediglich Textilien und Artverwandtes!) am Neuköllner Maybachufer.
Kundin: "Ist das echtes Leder?"
Verkäufer: "Ja." [Pause] "Vielleicht."

Donnerstag, 12. Januar 2012

Hände weg!

Schlagzeilenmix ist was Schönes. Einen besonders aufsehenerregenden Fall von Do-it-yourself-Körperstyling deckte BILD Berlin auf:
Plastische Chirurgie und Hormontherapie können einpacken! Schönheits-OPs? Das war gestern! Heute klappt sie endlich: die Brustvergrößerung und/oder -straffung durch Handauflegen. In diesem Fall wird die Hand einfach ab- und dann separat aufgelegt. Ist der ganz, ganz sichere Weg.
Also: Unglücklich im eigenen Körper? Dann weg mit der Flosse! Eine ist bestimmt verzichtbar - man muss Prioritäten setzen und ein bisschen Schwund ist immer -, das gibt schöne Titten; Geschlechtsumwandlung gleich inklusive (die Frage allerdings bleibt, ob eine Hand für zwei Brüste reicht oder es dann nur einen Traumbusen gibt. Im Zweifel beide zu opfern, das müsste doch überdacht werden). Die Kosten? Ach, peanuts. Was so'n Silvesterböller aus Polen eben so kostet.
Hand aufs Herz (also in etwa auf den Traumbusen): Wenn das kein Knaller ist!

Sonntag, 1. Januar 2012

Guckidaaa, 2012! / Ergebnisse der Umfrage 5: "Welche Rolle spielt für euch Weihnachten?"

Zunächst einmal allen Grünzeuch-LeserInnen ein gutes, gesundes, glückliches, genehmes, gelungenes, goiles, geniales und vor allem grünes 2012! Nehmt euch Zeit für wirklich Wichtiges. Dazu braucht ihr keine besinnliche Jahreswende. Und prost Neujahr! Stoßt mit was Grünem an! Von Grüntee über Pfefferminzlikör oder Berliner Weiße mit Waldmeistersirup bis Absinth ist alles erlaubt.


(Sorry für den fetten Rahmen, eine Sache des Copyrights.)

... und dann war da noch:

Zum Jahresende wollte die Grünzeuch-Redaktion die Haltung der LeserInnen zum W[zensiert]-Fest wissen. 17 Blog-Besucherinnen und -Besucher nahmen an der Umfrage teil und stimmten eifrig zwischen verschiedenen Einstellungen zum W-Dings ab. Ihnen gilt ein herzlicher, leuchtgrüner Dank! (Es hätten bei so vielen Klicks aber ruhig auch von ein paar mehr Leuten Kreuzchen gemacht werden dürfen. Umfragen beißen nicht und sind anonym!) Welche Rolle spielt also Wwwwww... für die Leserschaft? Da das Verhältnis zwischen Mensch und Tanne manchmal ambivalent ist, waren Mehrfachantworten möglich.

Antworten:

01. "Die schönste Zeit des Jahres!"
0 Befragte 

02. "Für mich: keine. Für den Rest der Welt: eine zu große."
2 Befragte (11 Prozent)

03. "Naja, muss man durch..."
5 Befragte (29 Prozent)

04. "In erster Line Stress!"
1 Befragte/r (5 Prozent)

05. "Der Konsumterror und die Erwartungshaltungen sind abartig, der Rest ist nett."
7 Befragte (41 Prozent)

06. "Eine Gelegenheit für Zusammentreffen, Ruhe, Einkehr, Schenken und Gemütlichkeit."
9 Befragte (52 Prozent)

07. "Ich hab frei. :-)"
6 Befragte (35 Prozent)

08. "Fressen und saufen."
4 Befragte (23 Prozent)

09. "Glühwein, Maronen und Lebkuchen."
7 Befragte (41 Prozent)

10. "Verlogenheit, Enttäuschung und Streit."
0 Befragte

11. "Neben Ostern das wichtigste christliche Fest - hallo, Jesus wurde geboren!?"
5 Befragte (29 Prozent)

12. "Ich kriege Wünsche erfüllt."
0 Befragte

13. "Ich krich grüne Ekelpickel!"
2 Befragte (11 Prozent)


Was lernt uns dem?

Auch wenn die zwei solidarischen Antworten für grüne Ekelpickel es vermuten lassen würden: Das Efeu betont übrigens, dass es selbst an der Umfrage nicht teilgenommen hat. Das hätte doch die wahnsinnige Repräsentativität und den hohen wissenschaftlich-statistischen Anspruch gefährdet. ;-)

Deutlich wird: Positives und vor allem Leckeres überwiegt! Die meisten Stimmen entfielen auf Antworten, die sich um Schönes, gutes Zwischenmenschliches sowie Kulinarisches drehten. Wenn man "fressen und saufen" nun wertfrei miteinbezieht.

Die höchste Zustimmung erhielten jedenfalls Feststellungen wie "Der Konsumterror und die Erwartungshaltungen sind abartig, der Rest ist nett" und "Eine Gelegenheit für Zusammentreffen, Ruhe, Einkehr, Schenken und Gemütlichkeit", wobei wohl auch Schulterzucken, Resignation und Pragmatismus ("Naja, muss man durch" und "Ich hab frei") eine Rolle spielen.

Erstaunlicherweise erhielt die oft verlautende Kritik bzw. Skepsis, das W-Dings sei nur verlogen, geheuchelt und bedeute Streit, keinerlei Zustimmung. Nun kann spekuliert werden, ob die wahren Einstellungen im Inneren anders aussehen und hier die Anonymität sie zutage förderte; oder ob das unkrautige Grünblog von solchen Gebeutelten nicht (oder nicht im Umfragezeitraum) besucht wurde; oder ob diejenigen, die es betraf, in so negativen Gefühlen durch den Dezember waberten, dass sie nicht einmal abzustimmen vermochten bzw. bei etwas, das sich um W-Dings drehte, gar nicht erst hinlesen wollten.

Interessant ist auch, dass niemand Wünsche erfüllt bekommt. Arme Leserschaft! Eiii, eiii! (Ach nee, das ist Ostern.) Vielleicht hätte die Aussage auch mehr Klicks erhalten, wenn sie "Ich kriege Geschenke" statt "Ich kriege Wünsche erfüllt" gelautet hätte. Zumal das sogenannte Schrottwichteln dem Hörensagen nach in den letzten Jahren immer mehr Zuspruch verzeichnet - was soziologisch wie psychologisch zu analysieren wäre und was auf tiefe Enttäuschungen einer materiellen Welt hindeutet. Wobei die Autorin darauf hinweisen möchte, dass man in Berlin eigentlich "Julklapp" sagt statt "Wichteln", warum auch immer wir hier so schwedophil sind.

Das Grünzeuch wünscht allen Bloggästen genug Glühwein, Maronen und Lebkuchen (auch noch nach W... W.... Www-nadingshalt, da es diese Leckerli einfach gemütlich-winterlich findet) und einen schönen, gesunden restlichen Winter!

Dienstag, 27. Dezember 2011

Zitat der Woche (5)

Aus einer Artikelbeschreibung bei ebay:
"Der Pullover ist in natura nicht so zerknittert, mein Mann hat dieses Foto nur widerwillig und völlig lieblos gemacht."

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Umfrage über W-Dings

ES. ES ist wieder im Anflug und breitet seine Schwingen über uns aus. Nein, gemeint ist mit ES nicht das Merkozy (das es ja nicht einmal zum Wort des Jahres 2011 geschafft hat! Schwächlingmonster! Von wegen kerneuropäische Stärke!). Gemeint ist damit das W, das W, das W... Wwwww... na, W-Dings eben. Das, dessen Name nicht genannt werden darf.
Abgestimmt werden darf aber darüber. Hier im unkrautigen Blog. Nur wenige Tage. Rechts oben in der inzwischen fünften Grünzeuch-Umfrage, die längst fällig war. Ganz anonym: und hepp! Viel Spaß beim Abreagieren!

Über ihrer grenzenlosen Begeisterung sollten die geschätzten LeserInnen bzw. KlickerInnen allerdings nicht vergessen, ihren Mitwirkungspflichten auch im letzten Beitrag "Dichtungsring" nachzukommen und sich auch dort (via Kommentarfunktion) einzubringen. Bisschen das Hirn aushängen und kreativ sein schadet und schändet nicht, speziell zur Zeit der Herrschaft von IHM, dem W-Dings.
Also: unten reimen, rechts abstimmen, Samstag durchdrehen. Go!

Freitag, 16. Dezember 2011

Dichtungsring

Dieser Tage spürt Frau Feu den Drang dazu zu dichten.
Ist das genial, mit Stil, au goût? Enttäuscht seid Ihr: Mitnichten!
Allein entspringt's dem hohlen Hirn, das nur sein Echo ehrt.
Sir John von Goethe hat sich schon im Grabe umgekehrt.

Geht's weiter wie bisher, bergab, dann nehm ich an, ach: schwöre,
Steigt er als Zombie bald empor und singt die Thriller-Chöre,
Verfolgt Frau Feu, bis sie verstummt mit Reimen immerdar,
Nur heimlich, leise und vermummt... noch dichtet. Wirklich wahr.

Der Schrecken ist nur halb so schlimm, solange Joeth'n ruht
Und ab und an das Reimgewirr auch Sinn enthalten tut.
Da dies nicht ist, hier der Appell: Helft mir, spinnt es weiter!
Ideenreichtum, strahlend hell, sei dabei Euch Begleiter.

"Morning, Madam, I've come to read your poet."
"Oh, yes - he's in the cupboard under the stairs." 
(Monty Python's Flying Circus)

Dienstag, 6. Dezember 2011

Nichts "einschmeißen"!

Und nochmal Kladow: Ob diese Bewohner einer lauschigen, ruhigen Einfamilienvilla Werbung wollen oder nicht, bleibt im (weit verbreiteten!) Anführungszeichen-Wahn etwas offen.

Es liest sich wie ein Code, eine versteckte Botschaft unter Insidern: "Wir wollen ,keine' Werbung, na Sie wissen schon: echt ,keine'! <zwinkerzwinker>" - Heißt übersetzt: "Schmeißen Sie uns mit dem Zeug voll! Immer her damit!" Oder ist's ein diskreter Hinweis auf eine bestimmte Art von Werbung, die man nur will? Immer rinn mit den Sexkatalogen! Oder den Preislisten örtlicher Koksdealer!
Oder einfach nur: Ironie ist dein Feind, wenn sie sich anschleicht.

Liebe Kinder: Hände weg von den Gänsefüßchen! Es sei denn, ihr beherrscht sie.

Mittwoch, 30. November 2011

Zitat der Woche (4)

Aufgeschnappte Bestellung am Nebentisch im indischen Restaurant:
"Einmal das Chicken Curry ohne Chicken."

Samstag, 26. November 2011

Zitat der Woche (3)

Berliner Kulturbohèmiennes - eloquent, analytisch, kritisch! Eine Ballettbesucherin beim Verlassen der Deutschen Oper zu ihrer Begleiterin:
"Irgendwie war die Musik gar keine richtige Musik! Oder? Mehr so 'ding, ding' ."

Montag, 21. November 2011

Havelhafen – Schwanensee

Weiter geht es mit der "Aus schöneren Tagen"-Rückschau!

Folgendes Schild fand sich am Biergarten- bzw. Draußensitzbereich einer Gaststätte in Spandaus Unterbezirk Kladow:

Maisel's, Kladow (Kladower Hafen)
Einladend! So offen, serviceorientiert, heimelig und gastfreundlich ist man an der gleichsam entspannenden wie urigen, edlen und finanzstarken Berliner Peripherie. Kurz vor Brandenburg, im wilden Westen, herrscht ein rauer Umgangston (die Autorin würgt immer noch darüber, dass man "rauh" nun ohne H schreibt. Dreht sich Johannes R. nicht jedes Mal im Grab um?). "Nichtgäste", wie es neudeutsch heißt, sollten sich auf Abführen in Handschellen, eine Horde fieser Anwälte und öffentliches An-den-Pranger-Stellen einrichten, falls sie im beschaulichen Kladow mal für kleine Königstiger müssen und nicht in die malerische Havel schiffen wollen. Offenbar hilft nicht einmal eine ortsübliche Vergleichsmiete von 50 Cent pro Nutzung: Wenn pipi, dann peng!

Da präsentieren sich doch andere Lokale ähnlicher Zielrichtung gleich ganz anders. Liebe zum Gast sowie zum Detail sieht beispielsweise im Biergärtchen des Kreuzberger Brauhauses so aus:

Brauhaus Südstern, Kreuzberg (Hasenheide)
Mein lieber Schwan! Na, wenn das nicht freundliche Gäste bewirkt! Die merken vor lauter Schmunzeln nicht einmal, dass die Folienkartoffel reichlich klein und somit eher ein hässliches junges Entlein ist.
In den Schwanensee wird jedenfalls keiner pinkeln wollen. Höchstens in die Hasenheide, wenn man schon drinsitzt. Ist aber unnötig, da das Klo nicht überwacht und bedrohlich ist.
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