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Samstag, 26. August 2017

Zitat der Woche (39)

Aus dem Tonfall eines Dreijährigen, der die Frage beantwortet, ob er außer seinen beiden Lieblings-Freundinnen in der Kita noch andere Freunde habe, vielleicht auch Jungs, klingt neben Nachdruck auch deutliche Besorgnis:
"Ja, aber ich muss doch auch für später eine Frau finden!!"

Montag, 4. Januar 2016

Mond- und Bauchlandungen

Zum Themenkomplex "Knaller, Knüller, Raketenstarts, Fehlstarts und zwiespältige Botschaften" soll kurz nach Silvester noch dieser etwas irritierende Schnappschuss veröffentlicht werden:
Friedrichshainer Zwerge - Revaler Straße - Apollo 11
Ein Kunstwerk mit dem Titel: "Alles Scheiße, deine Elli"?
Jedenfalls heißt weder der Erschaffer dieser Plastiken noch deren Fotograf Pim(m) Rakete
Das sind doch …!? Aua-aua, ist denn dies der richtige Rahmen, Moment und Ort für derlei Abgeschmacktheiten? Wer weiß. Doch darum geht es gar nicht. Denn hier verbirgt sich tatsächlich ein pädagogisches Konzept zur Frühförderung von Technik-, Fortschritts-, Geschichts- und Wissenschaftsinteresse, bildender Kunst und größtmöglichem Individualismus im engen Rahmen des ganz fest Vorgegebenen:

Wer sich vom ersten gemächtigen Schock erholt hat (oder fertig ist mit dem Schwadronieren über den emotionalen Ausdruck "naiver Kunst"), der wird vielleicht eine Auflösung des Eine-Augenbraue-hochzieh-Rätsels, was hier dargestellt sein mag, haben wollen. Ein Rest von Irritation wird dann allerdings trotzdem bleiben; erst recht mit der Information, dass es sich bei dem Friedrichshainer Schaufenster um das eines Kindergartens bzw. einer Kindertagesstätte handelt. Doch gilt auch hier, wie so oft: Ein Schuft, wer Böses dabei denkt! Das heißt: nur die oder der Betrachtende mit den abgründigen Ideen im Kopf, keinesfalls hingegen eines der süßen, kreativen Kleinen oder aber die verantwortliche, heimtückische Erziehungsfachkraft vor Ort (oder gar die Bloggerin). Ein Schuft übrigens auch, wer hier Ursache und Wirkung vertauscht. Also:

Friedrichshainer Zwerge - Revaler Straße - Apollo 11-2
In Reih und, äh, Glied: faszinierende, zum interpretatorischen Abschuss freigegebene Werke
des Friedrichshainer Nachwuchses zum Thema "bemannte Raumfahrt".
Und ehe es Richtigstellungs-Anstürme empörter Eltern gibt: Die "Apollo 11"-Fotos sind vom letzten Jahr. Aber sie passten so gut zum Thema Jahreswende. Immer diese manipulativen Medien, schlimm, schlimm.

Sonntag, 26. Januar 2014

Mach Männchen!

Ignoriert wurde das Weltgeschehen. Elegant drückte sich das Grünzeuch durch vornehme Zurückhaltung diesmal auch um jedweden Ekel-Antihaltung-irre-werd-Post mit dem Label "W**********" herum. Unfassbar, wie lange hier Kreativitäts-Auszeit herrschte! Da das natürlich gar nicht schön ist, soll der spät, aber umso heftiger eingetroffene Winter – jaja, der Klimawandel – nun wenigstens ordentlich kontrastieren damit, dass man beim letzten Eintrag noch sommerlich draußen sitzen konnte. Weil bei minus 17 Grad das Hirn unterkühlt bleibt, bedient sich die Redaktion dazu der Kreativität anderer:
Falls es aus dem Größenverhältnis zu den Grashalmen nicht hervorgeht: Wahre Größe kommt von innen! Auch bei Schneemännern, naja, -männchen. Also, liebe Leserinnen und Leser: Auf, auf! Solange noch Restschnee liegt, lasst eure Skulpturenträume raus! Das Männchen braucht ein Weibchen. Oder viele. Und Kumpels.

Samstag, 20. Juli 2013

Luftschloss in Groß-Wolkenkuckucksheim

So schlimm kann es mit der Gentrifizierung in Berlin doch noch nicht sein, wenn im Nobelbezirk Zehlendorf, und zwar in dessen Eliteviertel mit den ganzen Villen, noch solche unfreiwillig lustigen, offenbar aber nicht satirisch gemeinten Wohnungsgesuche aushängen:

Joh, dett hätt ick ooch jerne. 
... und jede Menge Telefonnummern bereits abgerissen sind. Aber bei den Angeboten ist sicher irgendwo immer der Haken – zusätzlich dazu, dass Zehlendorf ja übelste Peripherie ist: Verdrängung der ärmeren Bevölkerungsschicht ins Ghetto am Stadtrand! Ein möglicher Haken wäre, wenn man den Garten selbst begrünen und in Schuss halten müsste. Abzocke!

Donnerstag, 27. September 2012

Im Reich der Tränen

Wer den guten, alten Grundsatz "Man ist immer so alt, wie man sich anfühlt" vergessen oder nicht verstanden hat, bekommt ihn von der Geschenkartikelkette Nanu-Nana in der Kuschelkitsch-Ecke sehr plastisch dargestellt:
Da hat sich das Dekorateurhandwerk richtig Gedanken gemacht. Man beachte auch die Chronologie: hübsch von oben und jeweils von links nach rechts zu lesen, wie ein Buch. Diese Leseweise ist ein selbstverständlicher Standard unserer Kultur – ebenso die übermittelte Botschaft. Gehen wir uns einsargen! Anyone for flashmob?

Sonntag, 9. September 2012

Zitat der Woche (19)

Auf der DamenFrauentoilette einer trashigen Metal-/Gothicbar ruft eine dunkel Durchgestylte, die ihren Longdrink sogar dahin mitgenommen hat, in glockenhell flötendem Säuselton nach ihrem vor der Klotür wartenden Freund:
"Schatz, hilfst du mir bitte mal grade? Ich muss kotzen."

Freitag, 3. August 2012

Leuchtend Schönes Design

Dass angesichts dauernder Wetterumschwünge mal die Pferde mit einem durchgehen können und man plötzlich seltsame Formen und Farben sieht, ist nachvollziehbar, menschlich und normal. Aber dieses Textildesign – vermutlich eines der hässlichsten, die je entworfen (und auch tatsächlich hergestellt!) wurden – hat die Trendspotterin wirklich und wahrhaftig erblickt! Ehrlich!
Nein, nicht Regina Regenbogen.
Für erwachsene Frauen. Größe L.
Zwei Wochen später hing das Einzelstück (Gott sei Dank! Die Welt wird nicht mit sowas überschwemmt! Was gut ist. Denn manche kaufen alles, wenn man ihnen nur sagt, dass es jetzt angesagt ist) nicht mehr in dem fraglichen Laden. Will sagen: Es wurde schockierenderweise tatsächlich – für übrigens nicht wenig Geld – gekauft! Oder rituell verbrannt? Oder in einer Galerie ausgestellt. Oder für das nächste Billige-Zeichentrickserien-Storyboard als Inspiration verwendet. Oder als textiler Bezug einer exklusiven Schultüte für Erstklässlerinnen verarbeitet. Die Einschulung naht, die Zeit drängt, da muss man nehmen, was man kriegt, wenn der Wunsch "Pferde" oder Ähnliches lautet. Notfalls auch für viel Geld; jeder weiß ja, wie die Kids und ihre Anspruchshaltungen heute sind.

Sonntag, 10. Juni 2012

Zitate der Woche (14)

Wie schon am 28. Mai gibt es diesmal wieder eine unentscheidbare Konkurrenz um das Zitat der Woche.

(1)
Kleines Mädchen im Zoo am Pinguinbecken zu seiner Mutter:
"[sehnsuchtsvoller Tonfall] In dem Pool möchte ich auch mal gerne baden! [Pause] Aber erst, wenn der sauber wäre.  - [längere Pause] Ohh, ich bin jetzt müde, ich will ein Eis." 

(2)
Pärchen in familiärer Runde beim Essen im voll besetzten, gehobenen Restaurant; plötzlich thematisiert der männliche Part sehr laut das Problem Blähungen:
"Also ich bin immer sehr laut und sie hat Giftgas."

Sonntag, 27. Mai 2012

Fishing for complications

Ein kulinarischer Kreativitäts-, Flexibilitäts- und Originalitätspreis (leider mit null Euro dotiert; aber es gibt ja zumindest hier Ruhm und grüne Ähre - es sei denn, man findet das Folgende auch ein wenig albern, die Gastrokritikerin ist noch hin- und hergerissen...) geht an das kleine, französische Restaurant "Bardeau" in der Schöneberger Nollendorfstraße. Es löste eine interessante Aufgabenstellung, die eigentlich so ernst gar nicht gemeint war.

Hintergrund: Eine Freundin hatte zu einem Abendessen im kleinen Kreise eingeladen und eine Menüfolge bestellt. Für die Autorin dieses Blogs erbat sie eine Extranichtwurst. Am einfachsten und auch lecker wäre die vegetarische Variante gewesen. Aber nein, der Piscetarierin wollte die Gastgeberin Luxus kredenzen: So sprach sie. Und es ward Fisch. Nicht allerdings ohne ihren Hinweis, dass diese schwierige Person, die es zu bewirten galt, Fisch eigentlich nur dann gerne esse, wenn er "sie nicht mehr anschaue" [Anm. d. Red.: Das stimmt]. Diese Hürde nahm das Restaurant wörtlich und mit diesem Ergebnis:

Das fischt mich nicht an.
Die Skulptur ergab Dorade an Spargel und anderen Leckerlis; Kopf und Schwanz bzw. Flossen waren abgetrennt und auf dekorative, bildnerische Weise (das Lokal versteht sich auch als Kunstgalerie) mit in Form gebackener Blätterteigpastete und Zitrone ergänzt. Woraus das "Auge" war, ließ sich nicht herausfinden.
Nach dem ersten Lachen lautete das einhellige Urteil: Niedlich! Aber guckt er jetzt nicht erst recht um Gnade flehend? Ach was, das Knopfauge ist ja nicht echt, da kann man sich prima in die inkonsequente Tasche lügen. Hach. Toll!

Montag, 21. November 2011

Havelhafen – Schwanensee

Weiter geht es mit der "Aus schöneren Tagen"-Rückschau!

Folgendes Schild fand sich am Biergarten- bzw. Draußensitzbereich einer Gaststätte in Spandaus Unterbezirk Kladow:

Maisel's, Kladow (Kladower Hafen)
Einladend! So offen, serviceorientiert, heimelig und gastfreundlich ist man an der gleichsam entspannenden wie urigen, edlen und finanzstarken Berliner Peripherie. Kurz vor Brandenburg, im wilden Westen, herrscht ein rauer Umgangston (die Autorin würgt immer noch darüber, dass man "rauh" nun ohne H schreibt. Dreht sich Johannes R. nicht jedes Mal im Grab um?). "Nichtgäste", wie es neudeutsch heißt, sollten sich auf Abführen in Handschellen, eine Horde fieser Anwälte und öffentliches An-den-Pranger-Stellen einrichten, falls sie im beschaulichen Kladow mal für kleine Königstiger müssen und nicht in die malerische Havel schiffen wollen. Offenbar hilft nicht einmal eine ortsübliche Vergleichsmiete von 50 Cent pro Nutzung: Wenn pipi, dann peng!

Da präsentieren sich doch andere Lokale ähnlicher Zielrichtung gleich ganz anders. Liebe zum Gast sowie zum Detail sieht beispielsweise im Biergärtchen des Kreuzberger Brauhauses so aus:

Brauhaus Südstern, Kreuzberg (Hasenheide)
Mein lieber Schwan! Na, wenn das nicht freundliche Gäste bewirkt! Die merken vor lauter Schmunzeln nicht einmal, dass die Folienkartoffel reichlich klein und somit eher ein hässliches junges Entlein ist.
In den Schwanensee wird jedenfalls keiner pinkeln wollen. Höchstens in die Hasenheide, wenn man schon drinsitzt. Ist aber unnötig, da das Klo nicht überwacht und bedrohlich ist.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Die Eleganz der Fruchtfliegen

Wie sehr doch die Mehrheitsmeinung eigenes Empfinden und Urteilen indoktriniert! Eigentlich sind sie ekelhaft. Widerliche Biester. Lästig. Ein Haushaltsalptraum, wenn auch weniger nachhaltig als beispielsweise Mehlmotten. Man darf sie nicht mögen: Frucht- oder auch Obstfliegen bzw., offiziell-biologisch, Taufliegen (mit dem gedachten Trennstrich nach dem U, nicht nach dem F, Tauf-Liegen empfiehlt sich in geweihten Becken).

Bei näherem Betrachten und Bedenken stellt sich allerdings die Frage, warum. Und ob wir da nicht einem alltäglichen Rassismus aufsitzen, der uns beispielweise eine Hummel knuffig, eine Libelle anmutig und einen Schmetterling hübsch finden lässt - während ebendiese doch, genauer betrachtet (mindestens von ihrer Unterseite her), auch nicht gerade KandidatInnen für Heidi Klum sind und mindestens die beiden Erstgenannten einem auch Schaden zufügen können.

Drosophila melanogaster hingegen sollte uns eine Freundin sein; altvertraut und ans Herz gewachsen, seit wir sie (meist in der 10. Klasse) im Biologieunterricht kreuzen sollten - sei es real oder nur auf dem Papier -, um die Mendelschen Regeln der Genetik bzw. Vererbung zu verstehen und anzuwenden am Beispiel "rotäugig und langflügelig" versus "weißäugig und kümmerflügelig".
 Wer nun ein einziges Mal - aufmerksam, empathisch, offenen Herzens und erkennend - unter dem Mikroskop in ihre in der Gefangenschaft gramgezeichneten und beschämten, vielleicht auch dadurch rotgeweinten Augen geblickt hat, erkennt diesen Ausdruck mit konzentriertem Hinsehen und gut angepassten Kontaktlinsen auch ohne weitere technische Hilfsmittel ein Leben lang stets wieder, wenn er sie irgendwo sitzen sieht: auf dem Obst, dem Gemüse, der Mülltüte, der Wand oder dem Schrank. Diesen tief ins Herz zielenden, von elegantem Pseudowimpernaufschlag begleiteten Blick kann man nicht vergessen, zeigt er doch ihr tiefes Leid gesellschaftlich geschmähter, niederer Existenz, die nur durch Nutzen für die Forschung Bestätigung erfährt, bei gleichzeitig bewundernswerter Genügsamkeit und Anpassungsfähigkeit. Bei manchen soll es Liebe auf den ersten, glasigen Augen-Blick gewesen sein. Keine Liebe, die glücklich verlaufen wird, lebt doch ein Mensch meist deutlich länger. Auch wenn es einem bei der Fruchtfliege gelegentlich nicht so vorkommt.
Ich schau dir in die Augen, Kleines.
Zur Genügsamkeit und Anpassungsfähigkeit gesellen sich bei Drosophila (nach der Schlechtschreibverform nun vielleicht Drosofila - ein lukrativer Werbevertrag für Sportschuhe würde winken, speziell, da es sechs Füße zu bestücken gäbe - hätte sie derer nur nicht so unkompatibel kleine! Aber vielleicht lässt sich da genetisch was machen, Mutation für Fortgeschrittene) noch weitere sehr bewundernswerte Eigenschaften.

Ihr kurzes Leben und ihre gesellschaftliche Ächtung nimmt sie als Schicksal hin und macht das Beste daraus. Begleitet wird dies von einer sogartigen, intensiven und darin ostseegleich schönen Melancholie, die die Erkenntnis der ungeheuer rapiden eigenen Vergänglichkeit mit sich bringt. Der Name "Taufliege" trifft, denn sie vermittelt dieselbe Mischung aus Leichtigkeit, Neuerschaffung und Beschwernis. Die Fruchtfliege leidet nicht. Sie ist. Und isst. Sie stirbt ruhig, wartend, würdevoll; summt nicht dramatisch herum oder zappelt auf dem Rücken, sie sitzt still und hört einfach auf zu leben. Sie erschafft Populationen, ja ganze Staaten, in Windeseile. Gleichsam ignoriert sie ihn, den Wind, und macht auch keinen. Die Schwerkraft hat sie überwunden. Ihre anmutige Geschwindigkeit sowie komplette Geräusch- und Mühelosigkeit, mit der sie scheinbar körperlos aus dem Stand heraus abhebt und in einem rotäugigen Blinzeln eine große Strecke zurücklegt, in ebendiesem Stil auch wieder irgendwo landet, vermittelt fast den Eindruck des Beamens, neppt die menschliche Wahrnehmung und ist nur mit purer Eleganz zu beschreiben. Die Stille, mit der ihr Leben vonstatten geht - sei es im Essen, Lieben oder Sterben -, beeindruckt. Mit ungeheurem Instinkt und lautloser Zielstrebigkeit findet sie alles vermeintlich Essbare und verwandelt es gemeinsam mit ihren Brüdern und Schwestern im Essensprozess kreativ in etwas anderes, führt es in einen neuen Seinszustand über, skulpturiert es. Drosophila macht Kunst und ist immer in Bewegung. Selbst wenn sie stillsitzt. Es bewegen sich dann ihr Geist und ihre karmaseitig hell leuchtende Seele. Das Denkwerk, drosophilosophische Theorie, ist leider nie überliefert worden, da sich niemand die Mühe macht, ihre geräusch- und gebärdenarme Sprache zu lernen, und abstrakt oder telepathisch kein Mensch je ihre Ebene erreichte.

Samstag, 26. Dezember 2009

Ren-ault?

Jaaa, mir ist bewusst, dass es vermutlich eher ein Seat ist (wobei: Wer weiß – die wesentliche Stelle ist sozusagen nasal verstopft), aber wer würde sich das Renault-Wortspiel entgehen lassen wollen?

Jedenfalls glorios, was sich manche Menschen so während der W[zensiert]-Zeit zum Auffallen einfallen lassen:


Wahrscheinlich waren die Befestigungen fürs Geweih noch von der Fußball-WM 2006 übrig. Kuschelhorn statt Flagge zeigen: 100 grüne Originalitätspunkte von mir.
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