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Samstag, 26. August 2017

Zitat der Woche (39)

Aus dem Tonfall eines Dreijährigen, der die Frage beantwortet, ob er außer seinen beiden Lieblings-Freundinnen in der Kita noch andere Freunde habe, vielleicht auch Jungs, klingt neben Nachdruck auch deutliche Besorgnis:
"Ja, aber ich muss doch auch für später eine Frau finden!!"

Samstag, 27. Februar 2016

Leer Zeich(n)en

Manche Schreibfehler sind einfach lustig. Deppenleerzeichen ohnehin oft.
Das hier nennt man wohl "Limited Edition", "begrenztes Angebot" (oder ausgrenzendes? Ach naja, In- und Out-Gesellschaften sind ja grad Topthema), "exklusiv", "nur, solange der Vorrat reicht" oder "für ausgewählte Stammkunden":

Ein Angebot in Mobiltelefonie. Aber nicht für viele Nutzer.

Dienstag, 17. Februar 2015

Zitat der Woche (37)

Unbedingt nachzureichen ist noch das Zitat der letzten Woche: Eine junge Japanerin erläutert ihre Pläne, die Berliner Lindy-Hop-Tanzszene gründlich kennenzulernen, zu kopieren und das Swing-Revival nach Osaka zu exportieren. Ihr kommen Bedenken:
"But I think it will be difficult. I think that Japanese society is very narrow-minded. Sometimes I want to throw an atom bomb!"

Donnerstag, 29. Januar 2015

Zitat der Woche (36)

Tanzlehrerin erklärt eine neue Figur bzw. Technik:
"There are two problems. One is the leader and one is the follower."

Mittwoch, 21. Januar 2015

Zitat der Woche (35)

Zwei junge Männer, beide mit mutmaßlich türkischem Migrations- bzw. Vorfahrenhintergrund, unterhalten sich. Da fällt der eine dem anderen ins Wort:
"Alter, sag 'ichchch' und nicht 'isch'!"

Mittwoch, 14. Januar 2015

Und sonst so? – Muss ja.

Kleinste gemeinsame Nenner sind wichtig; nicht nur in der Algebra, sondern auch im menschlichen Miteinander. Darum ist es (an alle Dr. Dr. Sheldon Coopers: nota bene!) gesellschaftlicher Konsens, wenn einem entweder sonst nichts einfällt oder aber alle anderen Themen vermintes Gebiet sind, dann über das Wetter zu reden.

In Deutschland hat sich bei diesem Reden das Motzen als grundlegender Ansatz etabliert. Welches Wetter das Werturteil "schön/gut" erhält und welches "eklig/schlecht", ist dabei ganz klar geregelt. Ungeschriebenes Gesetz: Sonne und Wärme supi, alles andere iiiihdoofblöd.
Niemand denkt dabei an die armen Allergiegeplagten, die im Frühling gar nicht solche große Freude haben, und an die hitzeempfindlichen Kreislaufschwachen, die den Sommer fürchten. Aber abgesehen von dieser Randnotiz lauert hier eine gesamtgesellschaftliche Falle: So wird das Smalltalken in der wärmeren Jahreszeit grundlegend erschwert! Denn wenn man nicht motzen kann, wozu dann ein Gespräch? Es sei denn, die Sprechenden einigen sich nonverbal, dass in diesem Ausnahmefall das Reden übers Wetter auch ohne Motzen statthaft ist, ehe man vereinsamt und mitten in der sonneseligen Supi-Zeit plötzlich vereinsamt und womöglich depressiv wird. Dann ist Loben möglich – aber sehr schnell aufgebraucht. Blumige Sprache erreicht beim Loben schneller ihre zeitgenössischen Grenzen als beim Motzen. Dann ist das Gespräch schnell zu Ende. In manchen Fällen hat das seine Vorteile.

So oder so: Freut euch des aktuellen Wetters! Nutzt es, um nach langer Zeit einmal wieder ausgiebig und sinnlos Kommunikation zu treiben! Wichtig: Sprecht dabei gegenüber dem neu entdeckten Wesen, diesem sogenannten Mitmenschen, unbedingt auch an, dass es ja nun wirklich lange genug kalt und bäh war und endlich, endlich, endlich wieder warm werden muss. Dass es erst Mitte Januar und dafür viel zu warm ist und dass bis auf eine Woche richtigen Frosts von "Winter" diesmal eigentlich keine Rede sein kann, dürft ihr keinesfalls erwähnen. Und zwar nicht nur gegenüber Klimakatastrophe-Befürchtenden und anderen vermeintlich viel zu Grünen. Sondern das ist ein schlimmer Verrat an gemeinsamen Werten. Und zwar ein schlimmerer, als sich zum Beispiel zusammenzurotten und irrwitzige "Ich habe nix gegen Ausländer und ich bin auch nicht rassistisch, aber"-Sätze zu sabbern. Muss deshalb auch unbedingt bekämpft werden, dieser Verrat. Statt "Je suis Charlie" mal "Je suis l'eté"!

Dienstag, 6. Januar 2015

Zitat der Woche (34)

In einem Lokal im Kreuzberger Bergmannstraßenkiez plappern zwei Hipstertussis, wie sie dort in der unfreien Wildbahn immer gehäufter vorkommen und sie verderben, über den Beziehungsstatus der einen. Diese erklärt präzise:
"Ich hab grad mega dis komische Gefühl. Davor war ich ja emotional noch voll low und so."

Samstag, 7. Juni 2014

Zitat der Woche (31)

Und nochmal was Englisches; auf einem Südberliner S-Bahnhof scheitert eine ältliche Amerikanerin an der Aufgabe, wie das mit den Fahrscheinen und dem Entwertungsautomaten funktioniert, und holt sich Hilfe von anderen Fahrgästen:
"My brain hasn't clicked in at all yet."

Dienstag, 23. Juli 2013

Staatisch aufgeladen

Denglisch kann nicht nur Gayle Tufts. Denglisch können auch manche anarchischen Pseudo-Revoluzzer.
Der Umbruch startet auf dem U-Bahnhof Jannowitzbrücke.
Fuck this Staat! Before it fucks umgekehrt you selber!
Vielleicht hätte Sonnenmilch, auch bekannt als "Revo-Lotion", etwas Gutes getan; die schützt das Hirn vor Brandschaden.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Zitat der Woche (29)

Ein Zitat der Woche kann auch mal schon an einem Donnerstag unweigerlich feststehen. Ein Verkäufer der Obdachlosenzeitung Motz in der morgendlichen Bahn:
"Hat jemand Interesse an der neusten Ausgabe der Motz? Oder an einer kleinen Spende? Oder mittleren, größeren? ... Blattgold? Zahngold? Rotgold? Schwarz-Rot-Gold?"

Samstag, 6. April 2013

Zitat der Woche (27)

Mann mittleren Alters mit südländischem Migrationshintergrund strahlt im Laden die Schuhverkäuferin an, die zwar freundlich berät, aber merklich gestresst und abgegessen vom Betriebsalltag ist:
"Is' schön, auch mal zu hören von das andere Geschlecht ..., dass Schuhe nervt."

Sonntag, 9. Dezember 2012

Zitat der Woche (24)

Lautsprecherdurchsage der Zugabfertigerin auf einem S-Bahnhof, ohne Einleitung und ganz erfüllt von menschelnder Sorge warmherzig herausgebrüllt:
"Jetz reicht's mir aba! Raus aus de Gleise, aba janz schnell!"

Sonntag, 7. Oktober 2012

Zitat der Woche (22)

Entscheidet selbst! Die Kandidaten:

(1) Eine Freundin der Protokollantin hat eine stichhaltige Theorie, wieso Gott im Neuen Testament weniger blutrünstig, rachsüchtig und grausam ist als im Alten Testament und warum brutale Tests der Gläubigen, etwa wie bei Abraham oder Hiob, nicht mehr vorkommen:
"Ist doch klar, warum Gott im Neuen Testament milder und nachsichtiger ist: weil er inzwischen Vater geworden ist." 

(2) Eine kleine Gruppe überdrehter, aufgedonnerter, sehr junger Frauen arabischer Abstammung (für die Herren Sarrazin und Buschkowsky: ohne Kopftücher) lacht den einzigen Kerl aus, der mit ihnen unterwegs ist; eine von ihnen bringt es auf den Punkt:
"Selber schuld, wenn du dir 'ne deutsche Frau suchst! Dann musst du dir dein Frühstück nämlich selber machen!"

Donnerstag, 27. September 2012

Im Reich der Tränen

Wer den guten, alten Grundsatz "Man ist immer so alt, wie man sich anfühlt" vergessen oder nicht verstanden hat, bekommt ihn von der Geschenkartikelkette Nanu-Nana in der Kuschelkitsch-Ecke sehr plastisch dargestellt:
Da hat sich das Dekorateurhandwerk richtig Gedanken gemacht. Man beachte auch die Chronologie: hübsch von oben und jeweils von links nach rechts zu lesen, wie ein Buch. Diese Leseweise ist ein selbstverständlicher Standard unserer Kultur – ebenso die übermittelte Botschaft. Gehen wir uns einsargen! Anyone for flashmob?

Sonntag, 9. September 2012

Zitat der Woche (19)

Auf der DamenFrauentoilette einer trashigen Metal-/Gothicbar ruft eine dunkel Durchgestylte, die ihren Longdrink sogar dahin mitgenommen hat, in glockenhell flötendem Säuselton nach ihrem vor der Klotür wartenden Freund:
"Schatz, hilfst du mir bitte mal grade? Ich muss kotzen."

Sonntag, 12. August 2012

Zitat der Woche (18)

Mutter zu ihren zwei erwachsenen Töchtern:
"Früher hat euer Vater keine Widerworte gegeben. Da war er auch noch ein MANN! Heute ist er eine richtige Zicke."

Montag, 23. Juli 2012

Zitat der Woche (17)

Noch nachgereicht werden muss dringend ein Zitat der letzten Woche. Es hätte auch für einen Tunnelblick getaugt, ist aber verbal zu eindringlich. Junge Menschen bandeln an, Berlin 2012, Lektion 1: Sprachreduzierung. Eine Gruppe von Teenagern, geschätzt zwischen 16 und 19, die sich an dem Abend erst kennengelernt zu haben scheinen, nähern sich im Nachtbus an. Ein Männchen (und zwar eines ohne erkennbaren Migrationshintergrund) schlägt den Weibchen weitere gemeinsame Aktivitäten vor:
"Geht ihr morgen Sushi? Lass aber mal nich so spät. Zusammen, ey, ey, zusammen? Geb mir mal Handy, ich schreib Name."

Montag, 18. Juni 2012

Zitate der (letzten) Woche (15)

Noch nachgereicht für die vergangene Woche - was aber niemanden vom Weiterverfolgen rätselhafter Efeumorde abhalten soll - zwei schöne Zitate.

(1)
Boutique-Verkäuferin quatscht mit russischem Akzent zwei Kundinnen über den Hund ihres Sohnes voll, der so schrecklich sei (der Hund, nicht der Sohn), und sucht nach dem Namen der Rasse (wiederum des Hundes, nicht des Sohnes); wie sich später herausstellt, handelt es sich um einen Dobermann(!):
"Das ist richtige Kampfhund! Sieht aus wie... wie Pinscher! Genau wie Pinscher. Nur größer." 

(2)
Original Berliner Prollmutti brüllt unter dunklen Wolken fürsorglich ihr Kind an:
"Jetzt trödel nich so rum, biste denn bekloppt, mach hinne, det jewittat jedn Moment!"

Sonntag, 10. Juni 2012

Zitate der Woche (14)

Wie schon am 28. Mai gibt es diesmal wieder eine unentscheidbare Konkurrenz um das Zitat der Woche.

(1)
Kleines Mädchen im Zoo am Pinguinbecken zu seiner Mutter:
"[sehnsuchtsvoller Tonfall] In dem Pool möchte ich auch mal gerne baden! [Pause] Aber erst, wenn der sauber wäre.  - [längere Pause] Ohh, ich bin jetzt müde, ich will ein Eis." 

(2)
Pärchen in familiärer Runde beim Essen im voll besetzten, gehobenen Restaurant; plötzlich thematisiert der männliche Part sehr laut das Problem Blähungen:
"Also ich bin immer sehr laut und sie hat Giftgas."

Mittwoch, 16. Mai 2012

Wilde Schilde(r)


Gute Chancen beim Strafzettel-Anfechten?
Wer mir beim Draufblicken auf diesen Schilderwald (Versuchszeitraum: ein durchschnittlicher Vorbeifahr-Moment) auf Anhieb sagen kann, ob er hier parken, halten usw. darf, erhält das Verkehrsefeublatt am Band, den grünen Schnellrafferorden und die biologisch abbaubare Durchblickfaser erster Ranke.

Anzunehmen ist: Dies ist eine Umweltmaßnahme. Wer das sieht, fährt nur noch Fahrrad. Wahrscheinlich stecken Die Grünen dahinter. Abgefeimt.
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