Posts mit dem Label grün werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label grün werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. Juni 2017

Müll, Geröll, Gebell

Es ist nicht neu: Berlin ist nicht nur cool, Berlin ist auch schmutzig. Hundekot, Abfall, Sperrmüll und Schmutz beschämen oft das Stadtbild, beißen sich mit den Hochglanzprojekten und Schnöselarealen, verderben so manchem die Freude an der bunten Metropole. Dreck, Essensreste, Fallengelassenes, Einweggeschirr, alte Möbel, ausrangierte Technik & Co. finden sich an Straßen, in Parks, an Seen. Nichts scheint gegen illegalen Sperrmüll zu helfen, auch nicht gegen Party-People-Hinterlassenschaften. Irgendwie meint man, andere Großstädte bekämen das besser hin, hätten die besseren Maßnahmen, die besseren Tierhalter, die besseren Bewohner, die besseren Besucher. Und das gilt in den Stadtrandbezirken teils ebenso wie in der von "Durchgangsverkehr" gebeutelten Innenstadt.

Wenn das Maß voll ist:
gewissenhafter Müllabwurf
 in Griffweite des überquellenden Eimers
gestapelt, beim KdK, Pfingsten 2017.
Gegenmaßnahmen? Die Stadtreinigung BSR, dank gewiefter Werbeagentur Meisterin der lustigen Wortspiele, stellt bei ihrer Aktion "Kehrenbürger" sogenannte "Kehrpakete" zur Verfügung (Warnwesten, Besen, Greifzangen, Handschuhe und Mülltüten) und entsorgt später die Sammlungen, wenn Hobbyschwaben und Schöner-Wohnen-Sehnsüchtler mit Kind und Kegel ihren Kiez selbst säubern wollen. Um Ökologie geht es dabei nicht, nur um Wegräumen. Gegen Wauwaus Kacke wurde letzten Sommer im Berliner Hundegesetz eine Beutelpflicht eingeführt, die mit Bußgeld droht, aber nicht greift: Solange nicht kontrolliert wird, das Personal fehlt, wirkt sich das Beutel-mitführen-Müssen ebensowenig aus wie das Kot-beseitigen-Müssen, auf dessen Missachtung es schon lange Bußgelder gibt. Und Müllabwurf-Rekordhalter Neukölln listet, beinahe prahlerisch, seine "15 Hotspots der Vermüllung" (sollen es Tipps sein? Oder Stationen zum Sightseeing?) als Galerie der größten Gemeinheiten: Gut die Hälfte der per App gemeldeten Ordnungswidrigkeiten im Bezirk seien illegale öffentliche Müllvergehen, so Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), und oft handele es sich um den "Hausrat von Menschen, die in Berlin nur auf der Durchreise sind". Da lacht das berlinische Herz: Also wir sind dett ja nich, dett sind ümma die anderen, die blöden Touris und so, siehste. Nur doof, dass weder Fahndungen noch Patrouillen noch höhere Bußgelder noch Imagekampagnen das Bewusstsein ändern. Ob es hilft, sich den Dreck auf der IGA mit einer "begehbaren Müllskulptur" zu euphemisieren? Oder sich spießbürgerlich zu echauffieren?

Schön zu wissen allerdings ist: Zumindest auf einem der größten regelmäßigen Müll bzw. Wegwerfgeschirr produzierenden Events, dem Karneval der Kulturen, herrscht Plan im Chaos und eine gewisse Gewissenhaftigkeit bei manchen, wie das obige Rückblickfoto belegt. Kreuzberg weiß eben noch, wie man ökologisch nachhaltig Müll produziert und entsorgt – und den Reinigungskräften wenigstens die Arbeit erleichtert, wenn schon der Eimer belegt (oder das Fass zum Überlaufen voll) ist. Hach! Die Welt ist gut!

Mittwoch, 4. Februar 2015

Tannsoldaten – in Reih' und Schiet

Schenkendorfstrasse Tannenbaeume mit Hundescheisse
Kreuzberg, Schenkendorfstraße, Ende Januar 2015.
Der monströse, schmierige Hundehaufen, der ebenso
ordentlich unter dem ersten Baum abgelegt war,
wurde aus ästhetischen Gründen abgeschnitten.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie welk sind deine Blätter!
Du hältst nicht bis zur Sommerzeit,
Auch nicht im Winter, unverschneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie welk sind deine Blätter.

O Tannenbaum, o Tannebaum,
wie tief bist du gefallen!
Wie kurz darfst du zur Weihnachtszeit
entwurzelt leben, wie's uns freut!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie tief bist du gefallen.

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Leid will mich was lehren:
Nicht Umwelt und Beständigkeit,
nein, Schmuck und Kurzweil, dann wirf's weit!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Leid will mich was lehren.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Und sonst so? – Muss ja.

Kleinste gemeinsame Nenner sind wichtig; nicht nur in der Algebra, sondern auch im menschlichen Miteinander. Darum ist es (an alle Dr. Dr. Sheldon Coopers: nota bene!) gesellschaftlicher Konsens, wenn einem entweder sonst nichts einfällt oder aber alle anderen Themen vermintes Gebiet sind, dann über das Wetter zu reden.

In Deutschland hat sich bei diesem Reden das Motzen als grundlegender Ansatz etabliert. Welches Wetter das Werturteil "schön/gut" erhält und welches "eklig/schlecht", ist dabei ganz klar geregelt. Ungeschriebenes Gesetz: Sonne und Wärme supi, alles andere iiiihdoofblöd.
Niemand denkt dabei an die armen Allergiegeplagten, die im Frühling gar nicht solche große Freude haben, und an die hitzeempfindlichen Kreislaufschwachen, die den Sommer fürchten. Aber abgesehen von dieser Randnotiz lauert hier eine gesamtgesellschaftliche Falle: So wird das Smalltalken in der wärmeren Jahreszeit grundlegend erschwert! Denn wenn man nicht motzen kann, wozu dann ein Gespräch? Es sei denn, die Sprechenden einigen sich nonverbal, dass in diesem Ausnahmefall das Reden übers Wetter auch ohne Motzen statthaft ist, ehe man vereinsamt und mitten in der sonneseligen Supi-Zeit plötzlich vereinsamt und womöglich depressiv wird. Dann ist Loben möglich – aber sehr schnell aufgebraucht. Blumige Sprache erreicht beim Loben schneller ihre zeitgenössischen Grenzen als beim Motzen. Dann ist das Gespräch schnell zu Ende. In manchen Fällen hat das seine Vorteile.

So oder so: Freut euch des aktuellen Wetters! Nutzt es, um nach langer Zeit einmal wieder ausgiebig und sinnlos Kommunikation zu treiben! Wichtig: Sprecht dabei gegenüber dem neu entdeckten Wesen, diesem sogenannten Mitmenschen, unbedingt auch an, dass es ja nun wirklich lange genug kalt und bäh war und endlich, endlich, endlich wieder warm werden muss. Dass es erst Mitte Januar und dafür viel zu warm ist und dass bis auf eine Woche richtigen Frosts von "Winter" diesmal eigentlich keine Rede sein kann, dürft ihr keinesfalls erwähnen. Und zwar nicht nur gegenüber Klimakatastrophe-Befürchtenden und anderen vermeintlich viel zu Grünen. Sondern das ist ein schlimmer Verrat an gemeinsamen Werten. Und zwar ein schlimmerer, als sich zum Beispiel zusammenzurotten und irrwitzige "Ich habe nix gegen Ausländer und ich bin auch nicht rassistisch, aber"-Sätze zu sabbern. Muss deshalb auch unbedingt bekämpft werden, dieser Verrat. Statt "Je suis Charlie" mal "Je suis l'eté"!

Montag, 9. Juni 2014

Mett Men

Auch dieses Jahr muss er doch nochmal sein: der kurze Nebeneinblick in den Berliner "Karneval der Kulturen", kurz "KdK" genannt. Während in Köln das große Birlikte/Zusammenstehen-Fest gefeiert wird, fand der mehrtägige Kreuzberger Alternativkarneval aus Straßenfest, Umzug und Parties diesmal bei ebenso höllischen Temperaturen statt, nur ohne Unwetter. Und das, obwohl es doch sonst meist zuverlässig zu Pfingsten mindestens an einem Tag auf die SambatänzerInnen niederregnete.

Der Trend lautet: Heuer ist es in Berlin schon wieder "multikulti", wenn die jute olle Stulle, Bulette oder Currywurst exotisch aufgepeppt wird. Dass der KdK sich seit Jahren zunehmend kommerzialisiert, ist kein neuer Vorwurf. Ebensowenig, dass es nur noch um FSK (fressen, saufen, kaufen) gehe. Und erst recht nicht, dass hier neben viel zu viel Alkohol hinter und neben den Kulissen auch viel zu viele bewusstseinserweiternde Substanzen konsumiert würden. Doch Letzteres lässt sich inzwischen entkräften, wie das folgende Foto beweist: Der Konsum findet vor und auf den Kulissen statt. Und völlig legal(isiert). Dit is Balin.
Gefährliche Multikulti-multifress-Droge:
Chrystal Mett statt Crystal Meth.
Der Skandal daran ist allerdings, dass dieses Bekenntnis sich mitten im "Grünen Dorf", der Ökoabteilung des Straßenfestes, fand. Vegane Massenproteste werden sich hier sicher bald, ähm, kristallisieren.

Freitag, 26. April 2013

Softdrinks, hard food

Weit ist der Blick im Vorarlberg. Auf Alpengipfeln werden schon auch bisweilen Tierzucht-Freigehege eingerichtet. So haben die Viecher die freie, wunderschöne, melancholische Aussicht auf den Bodensee. Man soll aber nicht ausflippen: Wild füttern? Nein, nur sanft, langsam, weich und gesittet. Ist ja Österreich.

Oben auf dem Pfänderberg in Bregenz –
bedrohlich sieht man hier Michael Endes "Nichts".
Das Wild hinunterzuwerfen ist vermutlich auch verboten.

Montag, 1. April 2013

GRimme all your lovin'

Das Grünzeuch ist für den Grimme Online Award 2013 nominiert! Ein herzliches Dankeschön an die/den unbekannte/n LeserIn, die/der das Onlineformular der Nominierungskommission genutzt hat! Wie auch immer die Ehre zustande kam (wahrscheinlich nur, weil es für das Einreichen von Vorschlägen ein Smartphone zu gewinnen gab) – da leuchtet dieses Blog doch freudig in wetterunabhängigem Neongrün. Nicht, dass die Redaktion sich Hoffnung machen würde, im Mai bei der Bekanntgabe der Favoriten dabei zu sein. Aber dieser Schritt ist doch auch schon schön. Als Nominierung angenommen wurde das chlorophyllhaltige Netzangebot für seinen spezifisch unkrautigen publizistischen Grünblick und insbesondere für die beiden Rubriken mit den Labels "babylonische Sprachverwirrung" und "Zitate". Was denn, endlich findet jemand Klugscheißern, Rumalbern und Lästern über Sprache, Schreibfehler, Zeichenhaftes, Aussagekraft, Un- und Missverständnisse nicht nur öde, obsolet und nervig? Es geschehen noch Zeichen (sic!) und Wunder. Hach. Das Grünzeuch im weiteren Verlauf der Preisfindung noch unterstützen kann man mit diesem Klick. Freudigen Ostermontag der ganzen Leserschaft!

Dienstag, 19. März 2013

Kamikaze-Aquarius

An der bereits 32. Berliner "Langen Nacht der Museen" nahm am vergangenen Samstag erstmalig auch das Zoo-Aquarium teil. Nicht nur konnte man dort im Obergeschoss bei den Insekten riesenhafte Heuschrecken und ähnliches Grusel-Geviechs mutig auf die Hand, Schulter oder sonstwohin nehmen und sich für diese Waghalsigkeit bewundern lassen (was interessanterweise vor allem Frauen zu tun schienen, während Männer behaupteten, dies würde ihnen ja gar nichts ausmachen und habe daher keinen Kick, in die Tat setzten sie es aber doch eher nicht um). Sondern auch andere Aktionen wurden für die späten BesucherInnen bereitgehalten. Den ungewohnten Andrang zu absolut unchristlicher Stunde fanden aber wohl nicht alle Tiere toll. War es der Ruhe- und Schlafmangel, der aus Stichlingen Lemminge machte, oder ging es eher um ein Auffallenwollen zwischen Haien, Kaimanen und anderen Poser-Attraktionen, als ein kleines, unscheinbares Flossenvieh für viele Minuten provokant mit dem Kopf in einer hungrig geöffneten Muschel verharrte?
Ein suizidaler Fisch. Oder ein ziemlicher Angeber.
Und damit dieses Posting niemanden deprimiert oder die Tierschützer artgerecht auf die digitalen Barrikaden ruft, zum Abschluss noch was Schönes, das beim Angucken nichtmal glibbert:


Samstag, 9. März 2013

Die oberen Zehntausend

Schon die/der tausendste Besucher/in war der Redaktion ja entwischt – und hat sich auch trotz eines Aufrufs mit Preisauslobung von sich aus nicht gemeldet. Vielleicht auch nachvollziehbar. Daher spart sich das gesammelte Grünzeuch nun die Auslobung von zehn grünen Lollis für die oder den Zehntausendste/n auf diesem Blog und freut sich einfach still. Naja, mehr oder minder still. Große grüne Grüße: Danke für eure Besuche und teils auch große Treue! Zur Gratifikation wird künftig hoffentlich wieder häufiger etwas hier veröffentlicht. Schon allein aus Trotz, weil Bloggen inzwischen so out ist. Schön wäre vice versa dann auch wieder mehr Feedback via Kommentarfunktion statt E-Mails oder Schweigen im Walde.
Übrigens: Wer zu den ersten 10.000, die sich hier aufmerksam tummelten, dazugehörte, kann auch sicher sein, im Internet zur geistigen Elite zu gehören ... öhöm (komisch, ein Hustenreiz! Ist eben doch noch Winter).

NB: Die Angaben beziehen sich nicht auf das Zählwerk ganz unten auf dieser Seite – die derzeit bald 25.000 Rankenraschler sind die absolute Klickzahl –, sondern auf den eingebauten Pflanzenwachstums-Counter am rechten Rand in der Menüleiste, ebenfalls ganz unten. Dieser zählt nur "echte" Zugriffe; also die, die nicht gleich wieder wegklicken, und die, die nicht gerade erst kurz davor schonmal da waren.

Samstag, 5. Januar 2013

B-Ware ... of 2013

Vorsicht vor dem bissigen Hund? Nein: Achtung, 2013 ist da! Ein quietschbuntes (für Schwaben: schee bont!) Graffito warnte – zumindest aufmerksame U-Bahn-NutzerInnen – schon zur Jahreswende, dass da womöglich nicht nur Gutes wartet. Wenn man die Fratzen aufmerksam studiert, scheint sogar Adolf Hitler wieder mal zurückzukehren. Ach, papperlapapp. Das Grünzeug wünscht seinen LeserInnen ein gesundes, gutes, zufriedenes und buntes, vor allem chlorophyllgrünes Jahr.
Watch out! Ist für 2013 die Uhr aus oder der Ofen? 
Update 6.1.: Auf vielfachen Wunsch ;-) wird dem visionistischen Graffitikünstler jetzt in besserer Qualität gehuldigt. Draufklicken vergrößert übrigens das Foto.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Sturm, Steine, Sand und Sinn

Ähnlich wie localhost möchte ich normalerweise solch private Einblicke nicht in meinem Blog haben, aber es gibt Träume, die einfach einer Diskussion bedürfen. Rätsel gibt mir dabei v. a. die Frage auf, warum ich so einen Mist träume:

Nachdem ich auf einer rauschenden Hochzeit zu Gast gewesen war, die open air stattfand und in Regen, Sturm und Unwetter versank, wurde ich auf einer steinigen, staubigen Landstraße ausgesetzt, auf der ich nun in Festmode entlangschlurfe. Die Straße, die diese Bezeichnung kaum verdient, ist so staubig, dass es dort erstens wohl nie verkehrstechnische Modernisierungen (auch "Asphaltierung" genannt) gegeben und zweitens noch nie geregnet hat. Drumherum gibt es das große Nichts, allerdings ist ein verlassenes ostdeutsches Nest ausgeschildert. Ein Auto rauscht vorbei, im Inneren streiten Männer in Anzügen, etwas fliegt versehentlich aus dem Fenster. Am Rand der Straße finde ich es: Es ist das Handy von Peer Steinbrück. Der SPD-Kanzlerkandidat nutzt übrigens das ganz alte, klassische Nokia aus den 1990ern (hieß das Modell 3310?) in schmuckem, charakterstarkem Mausgrau. Während ich noch überlege, was ich damit nun mache, wie ich es ihm wieder zukommen lasse oder ob sich das erstmal auf irgendeine Weise journalistisch verwerten lässt, klingelt es. Nach kurzem Zögern nehme ich ab. Helmut Kohl ist dran. Er herrscht mich wütend und wirr an, wer ich sei, er wolle doch "den Steinbrück noch was fragen", und legt wieder auf.

Ah, ja. Mir drängt sich die Vermutung auf, mit manchen Träumen wollen mir mein Un- und Unterbewusstsein absolut rein gar nichts sagen. Die sollen auch keine Probleme lösen. Sondern die sind schlicht von vorne bis hinten Müll. Oder wurde an mir schon eine neue Wahlkampfform ausprobiert?

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Rotgrünschwäche

Treibt die Gentechnik seltsame Blüten? Vielmehr habe ich als Stadtkind wohl schlicht keine Ahnung von Mutter Natur und ihren Früchten:
Jetzt hätte ich das doch glatt für Tomaten gehalten! Peinlich!
Bananen sind's jedenfalls nicht. Glaube ich. Das Grünzeuch grüßt sonnig zum Einheitstag.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Grüner hören

In eigener Sache weise ich auf Folgendes hin: Auf der Musikseite Last.fm (für die ich an dieser Stelle aber absolut keine Werbung machen möchte, ich distanziere mich selbstverständlich auch von allen dortigen Inhalten außer von meinen höchst eigenen, etc. pp. ff. blabla!) bloggt dit Feu seit einiger Zeit ab und zu auch über ausgewählte besuchte Konzerte. Warum ein grünes Spin-Off und warum dort? Da auf besagter Seite automatisch der Link zur jeweiligen Veranstaltung, teils mit Infos dazu, gesetzt wird, schien es leichter, das dort zu tun. Außerdem passen die Musikkritiken hier ins restliche "wuchernde Unkraut" des Grünzeuchs nicht so recht hinein.
Bisher besprochen wurden: Bobo in white wooden houses, Watcha Clan, Max Raabe & das Palast Orchester, Camille O'Sullivan, Katzenjammer, The Red Hot Chili Peppers, Poutrelles Fever, Malediva, Ganz Schön Feist, Shantel und Metric. Fortsetzung folgt, einfach ab und zu mal schauen. Klassikkonzerte bleiben aus verschiedenen Gründen wohl weiterhin eher ausgeklammert; aber mal sehen.
Das grünliche Gedudel findet ihr bei Interesse mit diesem Klick oder da---->
am rechten Rand im Menü, unten, verlinkt unter "andere nette Gewächse" (auch wenn es zugegebenermaßen eigentlich kein anderes ist; oder zumindest kein nettes; aber dafür wenigstens ein Gewächs). Zumindest dann, wenn die Roll-L(e)iste seltenerweise nicht bockig ist und mal schlichtweg funktioniert. Das soll es geben. Manchmal. Gerüchtehalber.
Warnung: In Efeus Konzertblog warten (natürlich ganz subjektive) Berichte auf euch, keine Konzertfoto-Kolonnen! Denn - nota bene! - knipsen können andere besser und Frau Feu genießt lieber den Moment, als sich diesen durch dauerndes, wahnhaftes Alles-in-Bild-und-Ton-festhalten-Müssen zu zerstören. Viel Spaß! Oder aber Entschuldigung.

Nachtrag: Kommentare sind übrigens nicht nur hier, sondern auch dort gern gesehen.

Freitag, 15. Juni 2012

Efeukiller

Manchen Dingen muss man keine Anmerkungen mehr zufügen.
Außer: 1. Wie wahr, wie wahr! und 2. Ich hab' Angst!

- Schöneberg, Akazienstraße -

Samstag, 2. Juni 2012

Leer gut

Nötig ist doch noch ein Nachtrag zum Pfingstwochenende: Zwei wunderbare, professionelle, vor allem aber atmosphärisch dichte Schnappschüsse Fotografien vom 2012er "KdK" (Karneval der Kulturen) dürfen der interessierten Weltöffentlichkeit nicht länger vorenthalten werden, wie die Redaktion nun feststellte. Die Bilder fangen die schöne Stimmung und den Geist der Berliner Kulturveranstaltung inklusive seiner kulinarischen, gesellschaftlichen und stilistischen Vielfalt und seines ökologischen Ansatzes gut ein.

 Karneval der Trinkkulturen (vor allem der Pils- und Pilzkulturen):
Was passiert mit Leergut, wenn die Tonne voll ist und abgeschlossen wird?

"Sie standen an den Hängen und Pisten."
Hier traf es das Bezirksamt Kreuzberg. Aber jeder nur einen Busch!

Sonntag, 27. Mai 2012

Fishing for complications

Ein kulinarischer Kreativitäts-, Flexibilitäts- und Originalitätspreis (leider mit null Euro dotiert; aber es gibt ja zumindest hier Ruhm und grüne Ähre - es sei denn, man findet das Folgende auch ein wenig albern, die Gastrokritikerin ist noch hin- und hergerissen...) geht an das kleine, französische Restaurant "Bardeau" in der Schöneberger Nollendorfstraße. Es löste eine interessante Aufgabenstellung, die eigentlich so ernst gar nicht gemeint war.

Hintergrund: Eine Freundin hatte zu einem Abendessen im kleinen Kreise eingeladen und eine Menüfolge bestellt. Für die Autorin dieses Blogs erbat sie eine Extranichtwurst. Am einfachsten und auch lecker wäre die vegetarische Variante gewesen. Aber nein, der Piscetarierin wollte die Gastgeberin Luxus kredenzen: So sprach sie. Und es ward Fisch. Nicht allerdings ohne ihren Hinweis, dass diese schwierige Person, die es zu bewirten galt, Fisch eigentlich nur dann gerne esse, wenn er "sie nicht mehr anschaue" [Anm. d. Red.: Das stimmt]. Diese Hürde nahm das Restaurant wörtlich und mit diesem Ergebnis:

Das fischt mich nicht an.
Die Skulptur ergab Dorade an Spargel und anderen Leckerlis; Kopf und Schwanz bzw. Flossen waren abgetrennt und auf dekorative, bildnerische Weise (das Lokal versteht sich auch als Kunstgalerie) mit in Form gebackener Blätterteigpastete und Zitrone ergänzt. Woraus das "Auge" war, ließ sich nicht herausfinden.
Nach dem ersten Lachen lautete das einhellige Urteil: Niedlich! Aber guckt er jetzt nicht erst recht um Gnade flehend? Ach was, das Knopfauge ist ja nicht echt, da kann man sich prima in die inkonsequente Tasche lügen. Hach. Toll!

Mittwoch, 16. Mai 2012

Wilde Schilde(r)


Gute Chancen beim Strafzettel-Anfechten?
Wer mir beim Draufblicken auf diesen Schilderwald (Versuchszeitraum: ein durchschnittlicher Vorbeifahr-Moment) auf Anhieb sagen kann, ob er hier parken, halten usw. darf, erhält das Verkehrsefeublatt am Band, den grünen Schnellrafferorden und die biologisch abbaubare Durchblickfaser erster Ranke.

Anzunehmen ist: Dies ist eine Umweltmaßnahme. Wer das sieht, fährt nur noch Fahrrad. Wahrscheinlich stecken Die Grünen dahinter. Abgefeimt.

Sonntag, 22. April 2012

Zitat der Woche (10)

Entsetzter Ausstoß eines befreundeten frischgebackenen Promovierten (also eines als zur Bildungselite und zum Wertekonsens zugehörig Zertifizierten) nach einer, wie üblich, wahnsinnig niveauvollen Äußerung der protokollierenden Autorin:
"Oh nein! Ich kenne sie schon zu lange! Ich lache über ihre Witze! Nach einer Weile fängt man an, das lustig zu finden?? Verdammt." 

Sonntag, 1. April 2012

Qualifizierter begrünt

Ab morgen müssen BlogleserInnen angemeldet sein, um die Seite "Grünzeuch" weiterhin vollständig angezeigt zu bekommen. So werden sie persönlich identifizierbar und Missbrauch wird vorgebeugt. Zu den nötigen Angaben gehören aus statistischen Gründen unter anderem Adresse, Alter, Beruf, Religion, Arbeitgeber und Einkommenshöhe. Ab sofort wird das Blog auch durch Werbung gegenfinanziert. Die angegebenen Daten werden nicht veröffentlicht, aber für die Auswahl der Werbeschaltungen ausgewertet. Als kleine Entschädigung für den Aufwand bzw. als Anreiz, dennoch dabeizubleiben, erhält jedeR LeserIn nach vollständiger Anmeldung 10 Euro überwiesen! Dazu müssen allerdings natürlich die Kontodaten angegeben werden. Zur Registrierung geht es hier.

Sonntag, 25. März 2012

Multikullern

Am ersten wirklich warmen Sonntag des Jahres zeigte Berlins städtischer Ex-Flughafen, der sich immer noch unentschlossen Tempelhofer Park nennen soll, die Stadt von ihrer besten Seite; wenngleich auch noch nach knapp zwei Jahren kein wirkliches Parkflair aufkommen will, weil nach wie vor in der wilden, wüsten Weite ein wenig die Bäume fehlen. Doch huch, da krochen sie mit den Sonnenstrahlen alle aus ihren Löchern: die Alten und die Jungen, Pärchen, Kinder, Familien, Einzelgänger.

Kleinkinder überschreien einander, größere Kinder überfahren sich gegenseitig mit allem, was so da ist - von Laufrädern zum Fahrenlernen über richtige Fahrräder bis zum Skateboard, Snakeboard, Waveboard und wie sie alle heißen. Sehr präsent sind Jogger, Radfahrer und Inlineskater. Wo früher die Boeing anhob, schubsen einander jetzt allerlei Rollen und Füße mit boing und rrrrrssssst voran. Alles rollt. Manchmal auch Tränen. Neben dem Rollfeld, das Kinder mit bunter Straßenkreide bemalen und in Hüpffelder oder Kunstwerke verwandeln, wird gepicknickt, türkische Großfamilien grillen um die Wette. Junge Muttis mit und ohne Kopftuch schaufeln schwitzend auf Inlineskates ihre Sportkinderwagen vor sich her und versuchen hechelnd, sich dabei noch in wildem Sprachengemisch miteinander zu unterhalten. Ein kleiner, dicker, türkischer Junge, der selbst wenig nach Sport aussieht, trägt stolz das schwarze Ersatztrikot der deutschen Fußballnationalmannschaft spazieren - auf dem Rücken steht schließlich "Özil". Wenn die Füße nicht Rollen darunter haben, dann rollt sowieso wenigstens ein Fußball. Eine Gruppe sämtlich übergewichtiger Teenie- und Twen-Mädels entschließt sich auch tapfer zum Ballspielen; auf dem Weg statt auf der Wiese und immerhin 3 Minuten lang, ehe sie alle außer Atem aufhören und lieber weiter essen und trinken. Hauptsache, alles ist im Rollen, notfalls der Braten in den Magen.

Zwischen allem Gewusel gastiert der Zirkus Williams mit ein wenig Tierquälerei; die auf engstem Raum eingesperrten oder eingezäunten Tiger, Kamele oder Zebras faszinieren die versammelten Sprösslinge aber halb so wenig wie etwa eine auf dem Weg laufende Kellerassel, mit der man so schön das klassische Anstupsen-und-Zusammenrollen spielen kann. Auch als Assel kriegt man wechselweise den Koller oder das Kullern.

Gesetztere, Bequeme oder Spontis sitzen im örtlichen Biergarten oder hängen im Liegestuhl. Studis spielen Frisbee, Hunde auch. Über von erwachsenen Männern ferngesteuerten Autos - rrrrr, ssssst - ziehen Lenkdrachen ihre Kreise. Eine dunkelhäutige Rhythmusgruppe trommelt zusammenhanglos, aber mit Spaß. Rentner laufen händchenhaltend spazieren. Rollenspiel-Nerds hauen sich mit Gummiwaffen. Autarke Künstler basteln ganze Dörfer aus Holzbrettern, Benzinkanistern und was sonst noch kompostierbar ist. Ein blondgelockter, barfüßiger Freigeist hat zwei der raren Bäume okkupiert und dazwischen seine Slackline aufgespannt, auf der die Schritte bereits federnd und beschwingt voreinander gesetzt werden. Eine Baumanordnung weiter versucht ein kleines Grüppchen arabisch- oder türkischstämmiger kleiner Mädchen, es dem Tanzwesen gleichzutun; himmelblau ist das gespannte Band, beherrscht wird es noch nicht so gut, aber der Ehrgeiz ist spürbar. Die 80er-Jahre sind nicht nur modisch (leider) zurück, sondern auch freizeitsportlich: Zwischen die vielen Inlineskate-SportlerInnen mischen sich immer wieder Menschen verschiedenen Alters auf Roller Skates oder echten Rollschuhen. Eine gemischte Truppe von ca. 5 bis ca. 50 Jahren fährt damit Slalom um kleine Hütchen und tanzt halbsynchron Pirouetten und Rollschuh-Discofox zu "Miss You" von den Rolling Stones aus dem Jahr 1978, das mutmaßlich aus einem Kassettenrekorder dudelt.

Während die Grünen im Saarland Klimmzüge an der Fünf-Prozent-Hürde machen, funktioniert in Berlin manchmal echte Form von Multikulti: dann, wenn die Sonne über der Grünfläche Klimmzüge macht, dort, wo keine Häuser im Weg stehen und Wiese wie Asphalt geteilt werden.

Sonntag, 29. Januar 2012

Zitat der Woche (7)

Von hüpfender Forbewegungsart begleiteter, strahlender PassantInnen-ansprech-Versuch einer jungen BUND-Aktivistin auf einer belebten Berliner Einkaufsstraße:
"Hallohallohallo! Wir müssen kurz die Welt retten, aber wir brauchen dafür 'n bisschen deine Hilfe."
Counter