Sonntag, 26. Januar 2014

Mach Männchen!

Ignoriert wurde das Weltgeschehen. Elegant drückte sich das Grünzeuch durch vornehme Zurückhaltung diesmal auch um jedweden Ekel-Antihaltung-irre-werd-Post mit dem Label "W**********" herum. Unfassbar, wie lange hier Kreativitäts-Auszeit herrschte! Da das natürlich gar nicht schön ist, soll der spät, aber umso heftiger eingetroffene Winter – jaja, der Klimawandel – nun wenigstens ordentlich kontrastieren damit, dass man beim letzten Eintrag noch sommerlich draußen sitzen konnte. Weil bei minus 17 Grad das Hirn unterkühlt bleibt, bedient sich die Redaktion dazu der Kreativität anderer:
Falls es aus dem Größenverhältnis zu den Grashalmen nicht hervorgeht: Wahre Größe kommt von innen! Auch bei Schneemännern, naja, -männchen. Also, liebe Leserinnen und Leser: Auf, auf! Solange noch Restschnee liegt, lasst eure Skulpturenträume raus! Das Männchen braucht ein Weibchen. Oder viele. Und Kumpels.

Mittwoch, 28. August 2013

Gudschina Idaljana

Leckere Tagesgerichte bedürfen einer netten Anpreisung. Echte Italiener preisen ihr Werk etwa so an:

Trattoria Italia, Wilmersdorf, Uhlandstraße
Hier war wohl ein echt sächsischer Italiener am Werk: Calomari auf Rugollasalat? Was zum Henker ist das? Kalorienreiche Meeresküche, wobei der Salat oll ist und aus Rügen kommt – oder zum Rügen oll ist? Alles Rug und Trug! Und dann auch noch Warsteiner statt Rotwein.

Dienstag, 23. Juli 2013

Staatisch aufgeladen

Denglisch kann nicht nur Gayle Tufts. Denglisch können auch manche anarchischen Pseudo-Revoluzzer.
Der Umbruch startet auf dem U-Bahnhof Jannowitzbrücke.
Fuck this Staat! Before it fucks umgekehrt you selber!
Vielleicht hätte Sonnenmilch, auch bekannt als "Revo-Lotion", etwas Gutes getan; die schützt das Hirn vor Brandschaden.

Samstag, 20. Juli 2013

Luftschloss in Groß-Wolkenkuckucksheim

So schlimm kann es mit der Gentrifizierung in Berlin doch noch nicht sein, wenn im Nobelbezirk Zehlendorf, und zwar in dessen Eliteviertel mit den ganzen Villen, noch solche unfreiwillig lustigen, offenbar aber nicht satirisch gemeinten Wohnungsgesuche aushängen:

Joh, dett hätt ick ooch jerne. 
... und jede Menge Telefonnummern bereits abgerissen sind. Aber bei den Angeboten ist sicher irgendwo immer der Haken – zusätzlich dazu, dass Zehlendorf ja übelste Peripherie ist: Verdrängung der ärmeren Bevölkerungsschicht ins Ghetto am Stadtrand! Ein möglicher Haken wäre, wenn man den Garten selbst begrünen und in Schuss halten müsste. Abzocke!

Donnerstag, 13. Juni 2013

Zitat der Woche (29)

Ein Zitat der Woche kann auch mal schon an einem Donnerstag unweigerlich feststehen. Ein Verkäufer der Obdachlosenzeitung Motz in der morgendlichen Bahn:
"Hat jemand Interesse an der neusten Ausgabe der Motz? Oder an einer kleinen Spende? Oder mittleren, größeren? ... Blattgold? Zahngold? Rotgold? Schwarz-Rot-Gold?"

Sonntag, 19. Mai 2013

Zitat der Woche (28)

Ja, ja, schuldbewusst gibt das Grünzeuch es zu. Ob hier oder hier oder hier, der Kreuzberger KdK (Karneval der Kulturen) war dem Blog in den letzten Jahren schon verschiedentlich einen Eintrag wert. Und dabei wird das einstig bunte, leicht anarchische Multikulti-Fest doch leider immer mainstreamiger, kommerzieller, voller, kulturell desinteressierter und ballermanniger. Zumindest ein Zitat der Woche muss 2013 trotzdem nochmal sein. Weil's so absurd ist.
Mitten im dichtesten (sic!) KdK-Gewühl fragt ein junger Mann seinen Kumpel:
"Hier müsste es doch eigentlich jetzt irgendwo auch Getränke mit Alkohol geben, oder?"

Dienstag, 30. April 2013

Nange lacht

Lange Nächte haben in unserem Kulturkreis, zumindest in den Metropolen, inzwischen fast so etwas Ähnliches wie Tradition. Kann man sich zumindest einreden. Wie "lang" so eine Nacht dann wirklich ist und ob sie den Begriff "Nacht" überhaupt verdient, ist im Einzelfall durchaus diskutabel.
Im Fokus der Nächte stehen eigentlich meist Sport und Kultur. Aber heute ist schlichtweg alles ein organisiertes Happening: Berlin bekam nach der Langen Nacht der Museen (seit 1997, sogar 2x pro Jahr), der Langen Nacht des Shoppings (seit 2000, zum Glück dahinsiechend), der Langen Nacht der Wissenschaften (seit 2001),  der Langen Nacht der Opern und Theater (seit 2009) – die dieses Jahr, angeblich wegen "Optimierungsprozessen", ausfällt – und der Langen Nacht der Familie (seit 2011) schließlich letztes Jahr auch noch die Lange Nacht der Industrie dazu. Diese floppte offenbar wider Erwarten nicht; denn für den 15. Mai ist sie wieder angekündigt und wird groß beworben (vielleicht als Ersatz für ausfallende Opern und Theater? Das nennt sich dann "Zeitgeist"). Dass die Energieversorger, Luxusautomobilhersteller, Chemiekonzerne, Druckereien, Brauereien & Co., die sich an der Veranstaltung (Verzeihung: dem Event natürlich!) beteiligen, nur bis spätestens 22:30 Uhr durchhalten wollen und das dann eine durchgemachte, wirklich lange Nacht finden, ist nur eine lustige Randnotiz. Es stellt sich dem Lachenden eher die Frage: Was kommt als Nächstes? Die Lange Nacht der Stadtverwaltung? Der Banken? Der Unternehmensberatung? Der Gerichtsbarkeit? Des Hotelwesens? Der Messeveranstalter? Der Dienstleistung? Des Personennahverkehrs? Oder vielleicht die Lange Nacht der Grundversorgung? Das Grünzeuch bittet um Vorschläge! Ansonsten könnte man glatt denken, statt während einzelner langer Nächte könnte die Stadt sich auch mal während 365 Tagen den Themen widmen.

Freitag, 26. April 2013

Softdrinks, hard food

Weit ist der Blick im Vorarlberg. Auf Alpengipfeln werden schon auch bisweilen Tierzucht-Freigehege eingerichtet. So haben die Viecher die freie, wunderschöne, melancholische Aussicht auf den Bodensee. Man soll aber nicht ausflippen: Wild füttern? Nein, nur sanft, langsam, weich und gesittet. Ist ja Österreich.

Oben auf dem Pfänderberg in Bregenz –
bedrohlich sieht man hier Michael Endes "Nichts".
Das Wild hinunterzuwerfen ist vermutlich auch verboten.

Samstag, 6. April 2013

Zitat der Woche (27)

Mann mittleren Alters mit südländischem Migrationshintergrund strahlt im Laden die Schuhverkäuferin an, die zwar freundlich berät, aber merklich gestresst und abgegessen vom Betriebsalltag ist:
"Is' schön, auch mal zu hören von das andere Geschlecht ..., dass Schuhe nervt."

Montag, 1. April 2013

GRimme all your lovin'

Das Grünzeuch ist für den Grimme Online Award 2013 nominiert! Ein herzliches Dankeschön an die/den unbekannte/n LeserIn, die/der das Onlineformular der Nominierungskommission genutzt hat! Wie auch immer die Ehre zustande kam (wahrscheinlich nur, weil es für das Einreichen von Vorschlägen ein Smartphone zu gewinnen gab) – da leuchtet dieses Blog doch freudig in wetterunabhängigem Neongrün. Nicht, dass die Redaktion sich Hoffnung machen würde, im Mai bei der Bekanntgabe der Favoriten dabei zu sein. Aber dieser Schritt ist doch auch schon schön. Als Nominierung angenommen wurde das chlorophyllhaltige Netzangebot für seinen spezifisch unkrautigen publizistischen Grünblick und insbesondere für die beiden Rubriken mit den Labels "babylonische Sprachverwirrung" und "Zitate". Was denn, endlich findet jemand Klugscheißern, Rumalbern und Lästern über Sprache, Schreibfehler, Zeichenhaftes, Aussagekraft, Un- und Missverständnisse nicht nur öde, obsolet und nervig? Es geschehen noch Zeichen (sic!) und Wunder. Hach. Das Grünzeuch im weiteren Verlauf der Preisfindung noch unterstützen kann man mit diesem Klick. Freudigen Ostermontag der ganzen Leserschaft!
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